Das Firmenbuch der Firma Maeusel - 1920 angelegt und seitdem kontinuierlich fortgeführt.

Ein Stück Zeitgeschichte

Seit Gründung der Firma im Jahre 1920 führen die Inhaber eine handschriftliche Chronik, in der die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen der Firma Maeusel und ihres Umfelds festgehalten werden.

Dieses Firmenbuch ist auch ein Stück Zeitgeschichte - unser Unternehmen wurde in der Frühzeit der Weimarer Republik gegründet, durchlebte Diktatur und Krieg, erlebte Gründung und Aufbau der (alten) Bundesrepublik ebenso wie die Wiedervereinigung 1989/1990.

Der erste Eintrag in der Handschrift des Firmengründers Heinrich Maeusel (zum Vergrößern bitte anklicken)

Auszüge aus der Chronik

Eintragungen des Firmengründers: Heinrich Maeusel

1920Am 21. März Beginn der Geschäfte ohne besonderes Lokal von der Privatwohnung Frankfurt/M.-Rödelheim. Keine Angestellten. Verlegung zunächst auf Installationsmaterial, ein paar Monate später erst Baumaterialien, speziell Schwemmsteine. Im Juni 1920 Anschaffung einer Schreibmaschine (Adler); ungefähr um dieselbe Zeit Telefon-Anschluss.
1922Anschaffung eines Fahrrades. Inflation erreicht Höhepunkt.
1923Wenig Geschäft im ganzen Jahr. Im November Beginn der Mark-Stabilisierung.
1928Weiter günstige Aufwärts-Entwicklung. Im Herbst Anschaffung eines Goliath-Lieferwagens. Im Juni Gründung der Firma "Bims-Kontor".
1932Wirtschafts-Krise anscheinend auf dem schärfsten Punkte. Seit Herbst 1932 fallen die Waren-Preise meist nicht mehr, beginnen vielmehr eher wieder anzuziehen.
1934Beträchtliches Ansteigen der Umsätze. Bau einer zweiten Kalkgrube. Kalkwagen angeschafft.
1939Umsatz ziemlich gehalten - wäre angestiegen, wenn nicht am 1. September Kriegsausbruch. Entwicklung der Filialen günstig, besonders Bornheim.

Eintragungen der zweiten Generation: Horst-Günther Maeusel

194422.3. wurde das Haus Auf der Insel 12 durch Brandbomben total vernichtet. Ebenso brannte die Lagerhalle Marquardstr. völlig aus. Der Betrieb wickelt sich fast ganz unter freiem Himmel zwischen Trümmern ab. Das Büro wurde nach Schotten verlegt. Nach anfänglicher Steigerung sank der Umsatz wegen Materialknappheit und wegen fast völligen Fehlens der Transportmittel.
1945Am 26. März habe ich das Vilbeler Lager zum letzten Male gesehen. Es war starkes Artillerie-Schiessen in Frankfurt zu hören. Ich fuhr am gleichen Tage mit dem Rad nach Schotten, wo schon am 29. März (Gründonnerstag) die amerikanische Besatzung eintraf. Ob von meinen Geschäften in Frankfurt und Vilbel noch etwas vorhanden ist, weiss ich nicht, bin aber entschlossen, weiterzuarbeiten, auch unter den gleichen Bedingungen wie mein Vater vor 25 Jahren.
1946In Rödelheim erhebliche Plünderungsschäden; die Lager Vilbel und Bonames dagegen konnten weitergeführt werden. Der größte Teil des Bonameser Lagers ist jedoch durch die amerikanische Besatzungsmacht für Lagerzwecke in Anspruch genommen worden. Ende 1945 Wiedereröffnung der Verkaufsstelle Griesheim. 1. Januar 1946 Wiedereröffnung in Rödelheim. Der Baustoffmangel ist katastrophal, die Ernährungslage so schlecht, daß die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter auf 50% gesunken sein dürfte. Bei Hetzbach im Odenwald habe ich eine Holzhauerkolonne von 12 Mann zum Einschlag von Reis- und Derbstangen eingesetzt.
194820. Juni 1948 Währungsreform. Anfangs sehr schwierige Lage. Im Juli wird die Bewirtschaftung für die meisten Baustoffe aufgehoben. In Bonames befinden sich nun viele unverkäufliche Ausweichartikel.
19493,5-t-LKW gekauft.
1950In Vilbel Bau eines Schaukastens. In Bonames kehrt endlich Ordnung ein, hoffnungsvolle Umsätze besonders durch günstigen Holzkauf im bayr. Wald. Kauf eines 3-Rad-Klein-LKWs, Marke „Goliath“.
1951Lager Bonames mit allen Warenvorräten vollständig abgebrannt. Aufgabe des Lagers.
19521952 war der Umsatz befriedigend. Das gute Verkaufsergebnis in Vilbel ist besonders auf den Kanalbau Frankfurter/Ritterstr., Erweiterung der Siedlg. Heilsberg u. Nd.Erlenbach zurückzuführen. Zum Mercedes neuen Anhänger (Kipp-) für 8000 Mk. angeschafft.
1953Kräftige Umsatzsteigerung. Das erste Mal über 1 Million.
1957Starkes Ansteigen der Schwarzarbeit, bzw. des Bauens in Selbsthilfe. Baubeginn einer Lagerhalle in Vilbel, Taunusstraße 4.
1958Im ganzen Geschäft bedenkliches Ansteigen der Unkosten [45-Stunden-Woche eingeführt].
19631. März Eröffnung des neuen Ladens [in der Frankfurter Str. 120 in Vilbel].
1967Einzäunung des Lagers in Gronau [damals noch kein Ortsteil von Bad Vilbel].
197021.3. Feier des 50j. Jubiläums. Beginn des Hallenumbaus Frankfurterstr. 120.

Eintragungen der dritten Generation: Siegfried Maeusel

1975Tod von Horst-Günther Maeusel. Wiedereröffnung Betrieb 3 in der Bad Vilbeler Taunusstraße.
1976Verbrauchermärkte in Größenordnungen von 2.000 qm, verbunden mit sehr intensiver Werbung, bereiten Sorge [zum Vergleich: das aktuelle Gelände umfaßt 30.000 qm, davon 8.000 qm beheizt].
1977Als die Nachricht kommt, daß an der Bundesstraße 3 auf dem Heilsberg ein Wettbewerber auf 5.000 qm Gelände bauen will, bemühen auch wir uns um das Grundstück, das wir dann für den hohen Preis von DM 140.-/qm erwerben können.
1979Eröffnung des neuen Baumarktes auf dem Heilsberg. Barumsatz und Kundenzahl haben sich sofort und nachhaltig verdoppelt. Verkauf von Taunusstraße 4.
1980Bei 6 Einbrüchen werden überwiegend Bohrmaschinen gestohlen. Einmal wird der Tresor im Büro aufgebrochen.
1982Einführung eines Systems zur Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter.
1991Kauf eines 12.500 qm umfassenden Grundstückes in Niederdorfelden zur Einrichtung eines modernen Baustoffbetriebes.
1994Eröffnung des Niederdorfelder Betriebes. Umsatzplus von 41% im Verhältnis zum Vorjahr in Gronau. Das Heilsberger Nachbargrundstück wird an den ehemaligen Radrennfahrer Thurau verkauft. Damit ergibt sich die – wohl schwer zu realisierende-  Notwendigkeit der Suche nach einem neuen großen Grundstück, das – im Idealfall – beide Betriebe wieder zusammenbringen könnte.
1995Feier des 75-jährigen Betriebsjubiläums.
1998Engagement im Bereich Naturbaustoffe mit Aufbau einer Ausstellung und umfangreichen Schulungen.
2001Angebot der Stadt Bad Vilbel für ein sehr gut gelegenes Grundstück in Massenheim. Bemühungen um Interessenten für die vorhandenen Immobilien.
2003Nach langen Verhandlungen Kauf des Massenheimer Geländes „Am Stock“.
2004Nach nur neun Monaten Bauzeit Eröffnung des Massenheimer Bauzentrums mit aufwendiger Werbung und sehr gutem Erfolg. Mit dem Umzug am „Tag der deutschen Einheit“ werden beide Vorgängerbetriebe geschlossen. Damit sind fünf Jahrzehnte der Trennung innerhalb Bad Vilbels bzw. Niederdorfeldens überwunden.
2005Öffnungszeiten jetzt bis 20.00 Uhr

 Eintragungen der vierten Generation: Roland Maeusel

2009Zukauf von 5.000 qm Grund am Südrand des Firmengeländes.
2010Bauarbeiten zur Erweiterung des beheizten Marktes auf 8.000 qm, Bau einer neuen Lagerhalle und Ausweitung des Baustofflagers.